Study more, practice less

Die erste Aussage, die man zu hören bekommt, wenn Menschen live Kalligrafie und Handlettering sehen ist:

Ich hab dafür kein Talent, Du solltest meine Handschrift sehen.

Meine 1.Antwort ist auch immer gleich:

Ich kann meine Handschrift nicht einmal selbst lesen.

Das Verständnis für dieses Handwerk scheint völlig vergessen zu sein.

Ein Glück, nur scheinbar.

Ich könnte glücklicher nicht sein, dass ein positiver Aspekt Neuer Medien ist, dass man so viele gleichgesinnte Menschen mit der gleichen Leidenschaft finden kann. Das gibt Mut, und bestärkt mich immer weiter zu üben.

Einer der größten Aspekte ist hierbei, wieviel und wie lange übt man, bei wem lernt man. Wer sind die Vorbilder, denen man folgen sollte.

Die Community ‚Calligraphy Masters’ ist hier eine gute Ressource. Die YT-Videos werden sorgfältig kuratiert, und man kann sich sicher sein, dass hier nur Künstler vorgestellt werden, die ein fundiertes Wissen erlangt haben.

Eine meiner Lieblingsepisoden ist das Interview mit Dao Hang aus Vietnam.

Ein sehr junger Master Penman mit 26 Jahren, und praktiziert Kalligrafie erst seit 8 Jahren. Du siehst es geht sich in jedem Fall auch für Dich aus, wenn Du das wirklich möchtest.

Er übt 4-6 manchmal 8 Stunden täglich. Nach 2 Jahren des Selbststudiums beginnt er mit Online Kursen und E-Books und lernt Roman Letters mit der Breitbandfeder, um erst später mit der Spitzfeder wie Gillot, und Pinsel zu arbeiten.

Wie viele, sagt er aber ganz klar, dass Research online gut ist, aber nicht durch einen persönlichen Lehrer ersetzt werden kann. Von einem Master Penman vor Ort unterrichtet zu werden ersetzt in 5 Minuten 2 Jahre Selbststudium. So ging es auch mir bei allen Kursen und Workshops.

Dieser Klick in Deinem Kopf ist nicht nur unheimlich befreiend, auch erleichternd, und gibt Dir den richtigen Impuls wo und wie Du weitermachen kannst. Seine Sammlung umfasst über 800 Bücher zu diesem Thema wie Albert Kapr – The Art of Calligraphy oder An Elegant Hand und The Universal Penman.

Du solltest mindestens 1-2 Kurse/Konferenzen pro Jahr einplanen.

30 min pro Tag ist das absolute Minimum um am Status Quo in einer Disziplin zu bleiben, und 2 Stunden um sich weiterzuentwickeln, besonders wenn man verschiedene Stile in seinem Portfolio vereinen möchte.

Uncial und Blackletter sind gute Starter, weil man sich der Anatomie der Buchstaben ohne Hast annähern, und sich langsam mit dem Thema auseinandersetzen kann. Schnelligkeit, eine ruhige Hand und ein versiertes geübtes Handgelenk sind hier nicht die obersten Gebote. Während Copperplate, Spencerian, Engrossers Script auch noch viele andere Aspekte und auch Sicherheit in vielen typografischen Regeln gleichzeitig benötigen.

Heute entwirft Dao Hang auch seine eigenen Tools. Federhalter, was sonst?

Eine Dokumentation über die Geschichte erscheint Ende des Jahres 2019.

Auch Bücher bzw. Manuals für Spencerian, Flourishing vorab bestellbar.

Das Video findest Du im YouTube Channel von ‚Calligraphy Masters’. Genau das Richtige um sich mit einer Kanne Tee einzustimmen.

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