Social Media 101: Snapchat

Nach Jahren des Verweigerns und Belächelns habe ich schlußendlich einen Grund gefunden mich dem Storytelling-Snapchat-Hype hinzugeben. Für den Moment auf jeden Fall. Nichts ist für die Ewigkeit, und Apps sowieso nicht. Ich verstehe ganz gut worum es auf Snapchat geht. Habe ich doch eine 17-jährige Tochter zu Hause, die den halben Tag nichts anderes tut, und auch gerne begeistert darüber berichtet (Danke, Topfenbällchen!). Das spart unglaublich viel Zeit mich mit Dingen zu beschäftigen, die ich für wichtiger halte. (speak with your kids!)

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Warum der Sinneswandel?

Andere Kanäle machen es mir zur Zeit schwer möglich Neuigkeiten und Wissen mit meinen Lesern zu teilen, ohne dass sie sich durch einen Schwall an Werbung kämpfen müssen. Noch schlimmer finde ich aber, dass man, das was man Lesen bzw. Sehen möchte, kaum mehr findet. Alles was ich teile mache ich in meiner Freizeit. Nichts davon fällt unter Arbeitszeit (zu deutsch: ich werde nicht dafür bezahlt). Nicht meine Fotos auf Instagram, meine Blogbeiträge, Tweets, you name it … Dann möchte ich aber auch bitte, dass jemand meine Arbeit sieht, wenn es ihn denn interessiert. So einfach ist das lange nicht mehr. Ich habe mich dem Groll des neuen Instagram Algorithmus nicht hingegeben, und dachte mir „wird schon nicht“. Langsam nervt mich aber gewaltig, dass ich ständig Bilder sehe, die ich nicht sehen will. Nein, die Vorschläge haben absolut Nichts mit meinen Interessen zu tun! Was tue ich also? Das Gleiche wie auf Pinterest und Facebook. Meine Anwesenheit bei diesem Anbieter wird deutlich geringer bis gar nicht mehr vorhanden. Mir ist schon klar worum es in diesem Spiel geht. Glücklicherweise darf ich mich aber auch dazu entscheiden nicht mitzuspielen. Denn …

If you’re not paying for it, you’re the product.

Von Pinterest habe ich mich vor Langem verabschiedet, obwohl es lange mein absolutes Favoriten-Tool war. Dort passierte schon vor einer gefühlten Ewigkeit, was bei Instagram gerade erst beginnt. Auf Facebook betreue ich meine 2 Seiten, aber sehe mir seit 1 Jahr keine sogenannten Neuigkeiten mehr privat an. Ein Zeitfresser auf den ich gut und erfolgreich verzichten kann. Instagrams neue Sortierung der Bilder bzw. des Feeds macht mir nur mehr möglich mein kuratiertes Portfolio sauber zu halten, was ich weiter gerne tun werde, aber der stündliche Scroll durch durch meinen Feed wird immer seltener werden. Ich bedauere das sehr, weil das Feature 1-min.-Kurz-Videos zu posten genau das ist, was ich gerne zwischen Fotos, als Ergänzung oder Erklärung, verwende. Soviel zu den Big Playern. Alle Video Apps oder Streaming Apps sind für spontan bewegte Bilder ungeeignet. Ich habe nicht vor Stunden mit Video Tutorials zu verbringen, nur weil ich mal kurz zeigen möchte wie z.B. Goldpigmente im Sonnenlicht und Bewegung glänzen, oder wie eine Tusche naß aussieht. Denn: Ich verkaufe keine Kurse online! Wer mit pdf-Guides und Video-Tutorials oder Affiliate-Links seinen Honig auf dem Brot verdient, muß das Problemchen natürlich anders angehen. Für mich gilt, meine Arbeit oder auch mein Hobby, verständlich zu präsentieren. Gerne auf verschiedenen Kanälen. Und so landete ich kürzlich mit der iPhone-Kamera auf mich gerichtet auf meinem verwaisten Snapchat Vanportrait Account, der bisher nur dazu da war 1x wöchentlich bei Tastemade vorbeizuschauen um sich Kochinspiration zu holen. Ich halte die App für entbehrlich, aber sie erfüllt schon ihren Zweck. Ich habe eine Liste meiner 10 Hauptgründe erstellt, warum ich bis auf Weiteres hier bleiben werde.

vanportrait on SnapChat

10 Gründe um zu SnapChat zu wechseln

  1. No ADs. Keine Werbung.
  2. Unkompliziertes, kurzes filmen von Dingen, die man in einem Foto nur mit langer Beschreibung erklären kann
  3. Gleichzeitige Möglichkeit Fotos zu veröffentlichen.
  4. Gleichzeitige Möglichkeit Text ohne Aufwand hinzuzufügen.
  5. Lustige Filter-Features, die der App den Charm von Selbstironie geben, die man eindeutig braucht, wenn man sie nützt.
  6. Nach 24-Stunden ist der Zauber wieder weg, ohne dass ich etwas dafür tun muß. Das Beste überhaupt, weil ich da sofort schmerzhaft ins Jahr 2006 zurückdenke, als ich Tage damit verbracht hatte mit einer wirklich teuren Videokamera plus Stativ Kochvideos zu produzieren, die ich dann nur in Briefmarken Größe hochladen konnte, damit sie überhaupt jemand abrufen kann. Was früher 300×400 Pixel waren sind heute 1280 oft und gerne schon 2500 und morgen bestimmt das Doppelte. Diese Sorge erspart mir Snapchat komplett. Und das gefällt mir sehr.
  7. Privat-Bonus: Ich mache nur für eine bestimmte Person ein Foto oder Video und entscheide, wie lange mein Freund das Bild/Video sehen kann (zwischen 1-10 Sekunden). Danach ist das Bild weg. Für immer.
  8. Ich sehe, ob jemand einen Screenshot von meinen Shares gemacht hat.
  9. Das Unnötigste, aber lustigste Feature: Du kannst Emojis in Videos einsetzen, die sich mitbewegen.
  10. Ich kann vom Ausland aus bei WiFi/WLan Empfang GRATIS Video chatten und telefonieren.

Sommerfest-Kalligrafie

Klingt doch alles ganz Spitze, oder?

Ich sehe nur Eines jetzt schon auf mich zukommen: Virales Storytelling mit Inhalt, der nach einem Tag wieder verschwindet, bedeutet auch, dass diese App ständig benützt werden muß. Ich kenne nicht nur kaum jemand, der sich für meine Arbeit oder meine Hobbies interessiert und auch gleichzeitig Snapchat verwendet. Im Gegenteil: Ich werde ständig damit konfrontiert, dass Menschen ihre Emails nur 1x wöchentlich lesen, und nicht einmal ein Smartphone haben bzw. es dann nicht bedienen können. iPhone ja, iMsg Einstellungen bereits unmöglich. Selbst eine Newsletter-Anmeldung halten viele für gefährlich und schwierig. Man sollte sich wirklich der Best-Ager Zielgruppe diesbezüglich mehr annehmen. (Ich bin 45 und nicht 100, nur so nebenbei.) Aber bis dahin werden meine 3 Domains

wohl weiterhin meine Hauptkommunikationsquellen bleiben. Der Einfachheit halber werde ich aber nicht diverse SnapChat-Synonyme für verschiedene Interessengebiete wie auf Instagram erstellen, sondern bleibe bei vanportrait (Vanessa’s Portrait).

Englische-Rosen-2016

Was teile ich auf SnapChat?

Aktuell teile ich Alltags-Szenen von meinem Zeichentisch zu Kalligrafie, Handlettering und Grafikdesign, den Fortschritt meines Gemüseanbaus im Garten und auf dem Selbsterntefeld, sowie kurze Rezept-Erklärungen von meinen täglichen Küchen-Eskapaden sowie Lieblingsprodukte passend zu meinem Foodblog und Lebensstil. Und natürlich lustige Fotos von mir mit Comic-Blumenkränzen am Kopf  🙂

Vanportrait-Hippie-Girl

Solltest Du gerne mit mir auf den Storytelling-Zug der kleinen Geister im gelben Quadrat aufspringen wollen, und Hilfe benötigen: Ask me (almost) anything!

Sollten die Antworten allerdings mehr als eine Email beinhalten, bzw. mehrere Stunden in Anspruch nehmen, könnte es sein, dass ich Dir danach eine Honorarnote schicke 😉

 

vanportrait on SnapChat

Wildberries-VanportraitKitchensgarden