dann sollen sie doch Kuchen essen

LASST UNS KUCHEN ESSEN!

Noch nie hatte einer meiner Drucke so viele fragende Blicke hervorgerufen. Ein Textchen! Dachte ich. Unverständnis erntete ich. Gut so. Aber bisher hat sich keiner die Mühe gemacht ein oder zwei Gedanken zu verschwenden, ob ich mir vielleicht etwas dabei gedacht habe.

Dann sollen sie doch Kuchen essen. - Lasst uns Kuchen essen! Siebdruck by Vanportrait Designs Wien

Ob ich nicht weiß was hinter dem Spruch steckt? Selbstverständlich kenne ich das Zitat „… dann sollen sie doch Kuchen essen.“ Und ja natürlich hat es etwas damit zu tun.

Dann sollen sie doch Kuchen essen. - Lasst uns Kuchen essen! Siebdruck by Vanportrait Designs Wien

Maria Antonia Josepha Johanna, Erzherzogin von Österreich, wurde 1755 als 15. Kind, von Maria Theresia geboren. Sowohl Maria Antonia wie auch ihre Geschwister mussten Personen heiraten, die ihre Mutter für sie ausgesucht hatte. Das vierzehnjährige Mädchen verabschiedete sich am 21. April 1770 von seiner Familie in Wien und trat seine Reise nach Frankreich an. Am 7. Mai fand ihre Übergabe auf neutralem Gebiet auf einer unbewohnten Rheininsel statt wo sich das Mädchen von allen österreichischen Freunden und Bekannten trennen und vollständig entkleiden musste um mit französischen Gewändern unter dem neuen Namen Dauphine Marie Antoinette weiter zu reisen um sich am 16. Mai mit dem Dauphin im Schloss Versailles zu vermählen. Ihr verschwenderischer Lebensstil beleidigte viele Mitglieder des Hofes.

Und so wurde dann auch das berühmte Gerücht in Umlauf gebracht: Sie habe auf die Vorhaltung, die Armen könnten sich kein Brot kaufen, geantwortet: „Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie Brioche essen.“ Dieser Ausspruch stammt nachweislich nicht von ihr.

Bereits Jahre vor Marie Antoinettes Thronbesteigung wurde er von Jean-Jacques Rousseau zitiert. In seiner Autobiografie „Die Bekenntnisse“ findet sich die Stelle:

„Je me rappelai le pis-aller d’une grande princesse à qui l’on disait que les paysans n’avaient pas de pain, et qui répondit: Qu’ils mangent de la brioche!“

Es handelt sich offensichtlich um eine Wanderanekdote, die schon der ersten Frau von Ludwig XIV. vorgeworfen wurde. Am 16. Oktober 1793, im Alter von 37 Jahren, wurde sie am Place de la Concorde enthauptet, und in einem Massengrab in der Nähe der heutigen Kirche La Madeleine verscharrt. (Mehr könnt Ihr in Eurem Lexikon nachlesen, oder wer nicht mehr weiß was das ist: Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Antoinette)

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Und selbst wenn sie was immer auch gesagt hätte. Sie wurde mit 14 Jahren ausgeschickt um unser Land zu retten und 24 Jahre später geköpft, weil sie mit dem falschen Mann verheiratet wurde. Hübsche Kleider tragen und Kuchen essen ist da ja wohl ein geringer Trost. Wie sie der französische Adel nun wirklich nannte?

l’Autrichienne – die Österreicherin oder l’autre chienne – die andere Hündin? Sucht es Euch aus. Aber es spielt keine Rolle.

Befasst Euch mit etwas Positivem und esst ein Stück Kuchen.

Genau das ist die Botschaft meines Spruches. Würden sich mehr Menschen zusammensetzen und sich über die schönen Dinge im Leben austauschen, gäbe es viel glücklichere Menschen. Stattdessen grübelt man 24 Stunden was in der Vergangenheit Furchtbares geschehen ist. Es ist geschehen.

Dann sollen sie doch Kuchen essen. - Lasst uns Kuchen essen! Siebdruck by Vanportrait Designs Wien

Siebdruck, 3 färbig, 30x40cm
ltd. Edition 25 Stück
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